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Entdecke deine innere Stärke in der Krise

Gepostet am 26. Oktober 2020 um 4:35

Heute geht es darum, wie jede Krise eine Chance birgt und wie du in einer Krise deine innere Stärke entdecken kannst.


Mit diesem Text möchte ich dir Mut machen, in herausfordernden Phasen des Lebens nach innen zu gehen und deine wahre Stärke zu finden, ohne von den äußeren Umständen abhängig zu sein.



Was bedeutet Krise?


Für mich ist eine Krise eine Phase, in der die äußere Ordnung nicht mehr so funktioniert, wie wir es kennen und geplant haben. Das heißt, im Äußeren passiert ein Schicksalsschlag oder ein Ereignis, was uns aus der Bahn wirft.

Ohnmacht und von Kontrollverlust nehmen überhand und häufig fühlen wir uns hilflos und machtlos.


Diese Gefühle machen uns angst, weil wir es gewohnt sind, Kontrolle zu haben und im Außen Dinge verändern zu können, um die Kontrolle wiederherzustellen.


Unsere automatische Reaktion ist dann entweder der vollkommene Rückzug oder ein "über-aktiv" sein, dass uns immer mehr in der Trennung von uns selbst und von der Welt treibt.


Mein Gegenvorschlag ist Verbindung – auf allen Ebenen.

Heute beschäftigen wir uns speziell mit der Verbindung zu dir selbst!


Wenn es uns gelingt, trotz äußerem Kontrollverlust nach innen zu gehen und uns mit unserer inneren Welt zu verbinden, dann können wir unser Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit nach innen verlagern und die Krise neu bewerten.

Wir sehen dann in der Krise die Möglichkeiten anstatt die Begrenzungen.


Wir erleben das Glück darin, alte Überzeugungen, Gefühle und Abhängigkeiten loszulassen und in diesem Raum, der durch dieses Loslassen entsteht, neue Dinge wachsen zu lassen.


Wir entdecken, dass wir viel stärker sind, als wir bis jetzt dachten und dass wir in der Lage sind, auch mit großen Krisen in unserem Leben umzugehen.


Wir entwickeln ein neues Vertrauen in das Leben und darein, dass alles, was uns im Leben passiert, einen Sinn macht, auch wenn wir das in dem Moment noch nicht sehen können.


Das ist meine Definition von Krise.



Heute gebe ich dir vier Schritte an die Hand, die dir dabei helfen sollen, einen inneren Weg zu finden als Antwort auf die Krise.


Mit diesen Schritten möchte ich dir aufzeigen, wie du es schaffen kannst, eine innere Reaktion auf diese äußeren Umstände zu finden. D.h. Deine innere Stärke zu entdecken und damit auch die Chance und die Möglichkeit auf Wachstum, die in jeder Krise verborgen sind.



Vorweg möchte ich dir noch etwas zum Thema Zeit erzählen.

Diese Schritte, die ich dir an die Hand gebe, haben natürlich immer damit zu tun, dass man sich Zeit für sich selbst nimmt. Ich selbst erlebe mit zwei Kindern und einem Mann zu Hause gerade jetzt in der Corona-Krise eine Zeit , in der ich sehr stark herausgefordert bin, mir Zeit für mich zu erkämpfen und eben auch dafür zu sorgen, dass ich mich und meine Bedürfnisse ernst nehme.

Mein Tipp für dich ist, dass du dir vielleicht eine Morgen- und Abendroutine erschaffst.

Wenn es dir möglich ist, wäre gleich am Morgen vor dem Aufstehen der Kinder oder am Abend vor dem Einschlafen die perfekte Zeit dafür. Es ist wichtig, dir diese Zeit nur für dich zu reservieren und dich dann bewusst auf den jetzigen Moment einzulassen.


Du kannst in der Zeit meditieren, Dankbarkeit für die kleinen Dinge üben oder aber auch nur für 5 Minuten deinen Körper wahrnehmen und atmen.

Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, Hauptsache, es geht dir gut dabei und du findest Ruhe.


Am Anfang reichen 5 Minuten, doch du wirst schnell merken, wie gut dir das tut, und wirst Wege finden, dies häufiger und länger einzubauen.


Es geht darum, diesen ersten Schritt zu gehen und die Entscheidung zu treffen, dich mit dir und deiner Innenwelt zu beschäftigen um dich zu stärken und immer besser kennenzulernen.


Schritt 1:

Annahme und Akzeptanz von allem, was ist.


In diesem ersten Schritt möchte ich dich dazu einladen, das, was ist, zu akzeptieren und anzunehmen. Das Leben ist keine gerade Linie. Das Leben besteht aus Veränderungen und aus Wendepunkten. Und oft sind diese Wendepunkte genau dann, wenn eine Krise über uns hereinbricht.

Auch in der Natur können wir immer wieder Beispiele dafür entdecken, wie sehr das Leben im Wandel ist. Nichts ist von Dauer. Auch diese Krise wird irgendwann vorüber sein.


Wenn wir es schaffen, uns von äußeren Umständen unabhängig zu machen und uns immer mehr auf unsere innere Welt zu verlassen, dann können wir der Krise etwas entgegensetzen und die Krise als etwas akzeptieren, was dazugehört.

Genauso wie die Gefühle, die wir in Krisen erleben. Die meisten Menschen empfinden Angst und Wut und Ohnmacht und Verzweiflung. Alles Gefühle, die uns sehr unangenehm sind und die wir normalerweise in unserer Gesellschaft gerne ausklammern, weil sie nicht dazugehören, weil sie negativ sind, weil sie nicht sein sollen.


Ich möchte dich heute dazu einladen, sie mit ins Boot zu holen.

Du kannst regelmäßig zu dir selbst sagen: "Ich empfinde gerade Angst, Trauer oder Wut und das ist ok. Es sind alles Teile von mir und ohne diese Teile können auch die anderen Teile nicht existieren, ohne tiefe Trauer und Verzweiflung und das Zulassen von angst werde ich auch nie in der Lage sein, wirklich wahre Freude zu verspüren und Liebe"


Das heißt, es geht immer darum, eine Balance zu finden zwischen beiden Seiten. Und in einer Krise überwiegt erst einmal die negative Seite. Aber sie ist mindestens genauso wichtig wie die Positive.


Meine Einladung für dich:

Setz dich hin mit dir und all deinen Gefühlen. Nimm alles so an, wie es ist, ohne Widerstand. Heiße deine Emotionen willkommen, als Teil des Lebens, als Teil von dir. Es ist wichtig, all diesen Gefühlen in dir Raum zu geben, denn der Widerstand führt am Ende des Weges immer nur zu mehr desgleichen. Desto mehr wir im Frieden sind mit allem was ist, desto mehr verlieren wir die Angst vor all diesen Gefühlen, denn sie wollen nur gesehen und gefühlt werden und dann werden sie wieder gehen, denn alles ist vergänglich und im Wandel.


Schritt 2:

Deine wahre Stärke erkennen.


In diesem Schritt geht es darum, loszulassen. Das heißt: Ich kann meine Gefühle und auch die Krise willkommen heißen, aber ich entscheide mich bewusst dafür, mich nicht von meinen Gefühlen und von den äußeren Umständen kontrollieren zu lassen.


Ich gebe Kontrolle im Außen ab, aber gewinne Kontrolle in mir.


Das ist wahre innere Stärke.


Vielleicht kannst du dir das vorstellen mit dem Bild, das Gefühle und äußere Situationen Dinge sind, die wie auf einer Leinwand passieren. Das heißt: Sie ziehen über die Leinwand hinweg, kommen und gehen. Manchmal fühlen sie die ganze Leinwand aus, manchmal nur Teile von der Leinwand. Aber dich selbst und deine innere Stärke findest du da, wo du selbst bist.


Du bist die Leinwand.


Auf dieser Leinwand passieren diese Gefühle und auf dieser Leinwand passieren diese Ereignisse. Aber du bist nicht deine Gefühle und deine Ereignisse. Und wenn du das für dich verinnerlicht, dann kannst du erkennen, wenn ich nicht dieses Gefühl von Wut und Angst und Ohnmacht selbst bin, dann bin ich vielleicht auch in der Lage zu sagen: Ich nehme euch an, ich heiße euch willkommen, aber ich kann euch auch wieder zur Seite schieben und ich kann euch loslassen.

In diesem Moment kannst du deine Macht entdecken.


Du kannst sehen: Du bist nicht deine Gefühle! Und dann kannst du anfangen, dich zu fragen, was deine Gefühle in dir zum Ausdruck bringen wollen.

Du kannst sagen: "Ja, ich bin ängstlich, aber warum? Was steckt hinter dieser Angst? Was ist mir wirklich wichtig?" Z.B: Ich brauche Sicherheit, ich brauche Vertrauen, ich brauche Kontinuität. Und wenn du genau hinschaust, stellst du fest, dass das alles Dinge sind, die du bisher außerhalb gesucht hast.

Du bist vielleicht deswegen verunsichert, weil diese Dinge im Außen plötzlich nicht mehr da sind.


Stelle dir folgende Fragen:

Wie kannst du dir diese Gefühle im Inneren schaffen?

Wie kannst du innerlich eine Welt erschaffen, in der du Sicherheit empfinden kannst und Vertrauen in das Leben?


Eine wunderbare Möglichkeit, innere Stärke, Vertrauen und Liebe in dir selbst zu entwickeln und zu verstärken, ist Dankbarkeit. Wer regelmäßig Dankbarkeit übt und in den Alltag einbaut, der wird feststellen, dass sich der Fokus der eigenen Gedanken auf die positiven Dinge richten wird, desto mehr wir Dinge suchen im Alltag, für die wir dankbar sein können. Das können auch kleine Sachen sein, wie z. B. das Vogelgezwitscher oder die schönen Blumen auf dem Balkon oder was auch immer dir einfällt.

Deiner Kreativität ist keine Grenze gesetzt.

Desto mehr wir es schaffen im Alltag diese Dinge zu erkennen und wirklich auch zu erleben und zu fühlen und dieses Gefühl von Dankbarkeit in unserem Alltag zu integrieren, desto mehr können wir es auch schaffen, uns innerlich starkzumachen für das, was im Außen passiert.


Schritt 3

Erlaube dir auszusteigen.


Im Zusammenhang mit unserem Bedürfnis, die Situation im Außen kontrollieren zu wollen, fällt es uns manchmal schwer, loszulassen. Erlaube dir, deine innere Welt zu öffnen und die aktuellen Umstände zu verlassen.

Erlaube dir, zuzulassen, dass die Welt sich ohne dich weiterdreht, und erlaube dir, dich auf dich selbst zu konzentrieren. Das muss nicht unbedingt in einer stillen Minute sein, sondern es kann auch sein, dass du einfach Dinge weiterhin trotz Krise tust, die dir selbst guttun. Momente, in denen du nur an dich denkst, in denen du dich und deine Bedürfnisse wahrnimmst und Dinge tust, die dir Energie geben und dich stark machen.

Ein Moment, in dem nur du wichtig bist und in der du aussteigst aus der permanenten Verantwortung für alles und jeden.

Erschaffe dir kleine Inseln im Alltag, in denen du dich mit dir selbst verbindest, aus der Welt aussteigst, um dich dann mit neuer Kraft und neuer Energie mit der Welt zu verbinden. Wenn wir das nicht schaffen, innerlich auch manchmal auszusteigen, dann brennen wir irgendwann aus, weil wir dann irgendwann nur noch für die Bedürfnisse der anderen zu leben.

Dazu möchte ich dich in diesem Schritt einladen.

Aussteigen und loslassen.


Schritt 4.

Bestandsaufnahme.


In diesem Schritt geht es darum, dir ein paar wichtige Fragen zu stellen und sie dir selbst ehrlich zu beantworten.

Es geht um die grundlegenden Fragen:

Woher komme ich?

Wo stehe ich gerade?

Wohin will ich?

Ich glaube, dass jede Krise in unserem Leben ein Wendepunkt ist und dass sie uns in jedem Fall eine Möglichkeit bietet, in bestimmten Dingen bei null anzufangen. Natürlich nicht wie das weiße Blatt, was wir uns manchmal gerne wünschen, sondern aufbauend auf alte Sachen, die schon erlebt sind.

Für mich gibt es in jeder Krise einen Punkt null, an dem ich die Möglichkeit habe, noch mal das Ruder herumzudrehen, noch mal einen anderen Pfad einzuschlagen und mich noch einmal bewusst neu einzustimmen auf den einen oder auch einen ganz anderen Weg.

Mich von Dingen zu lösen, die mich davon abhalten, mich mit mir zu verbinden und somit ein Leben erschaffen, indem ich meinen Werten und meinen Bedürfnissen treu bin. Dinge neu einzuladen oder zu vertiefen, die mich in meinem Weg hin zu mir selbst unterstützen.


Woher komme ich?


Bei dieser Frage geht es darum, noch mal zu überlegen wie war mein Leben eigentlich vor der Krise?

Welche Dinge haben mir gutgetan? Welche Dinge haben mir nicht gutgetan?

Was sind Dinge, die ich loslassen möchte?

Was sind Dinge, die ich nicht mitnehmen möchte?


Wenn ich von Dingen spreche, meine ich Überzeugungen, Gefühle, Gedanken oder Menschen.


All diese Dinge verändern sich und wollen in der Krise noch mal neu bewertet werden. Was möchte ich zurücklassen und was gefiel mir auch in meinem alten Leben? Und was möchte ich auf jeden Fall beibehalten? Was passt zu mir und meinem neuen ich, denn eine Krise ist auch immer eine kleine Neugeburt.


Wo stehe ich jetzt?


Wie geht es mir in dieser Krise? Welche Gefühle erlebe ich und welche Bedürfnisse stecken dahinter?

Welche Bedürfnisse wollen gesehen und erfüllt werden?


Jede Krise gibt Hinweise darauf, was wir loslassen können und wo wir hinwollen.


Wir müssen nur lernen, genau zuhören!


Eine wunderbare Methode, um das Zuhören zu lernen, ist die Meditation oder Entspannungsübungen.

In der Meditation lernen wir uns auf den aktuellen Moment zu konzentrieren und uns mit unserem Körper und unseren Gefühlen zu verbinden. Durch bewusste Atmung und den Fokus auf den jetzigen Moment können wir dem Stress des Alltags verlassen und neue Energie schöpfen. Es gibt zahlreiche kostenlose, geführte Meditationen, die dich dabei anleiten, dich mit deiner Innenwelt zu verbinden.


Wohin will ich?


Was möchte ich aus dieser Krise machen?


Wir haben immer die Möglichkeit, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen.


Wie? Indem wir uns darauf konzentrieren, was diese Krise auch als Chance für uns mitbringt. Das heißt, guck dir genau an, was gibt es seit dieser Krise, was sich zum Positiven verändert hat? Und wenn es nur deine Einstellung ist, dein neuer Zugang zum Thema Dankbarkeit, die Möglichkeit, in dir deinen Fokus neu auszurichten und dich auf die schönen und wesentlichen Dinge im Leben zu konzentrieren.


Folgende Fragen können dir dabei helfen?

Wo will ich hin?

Welcher Mensch möchte ich nach der Krise sein?

Wie möchte ich im Nachhinein auf diese Krise zurückschauen?

Mit welchen Gefühlen, mit welchen neuen Möglichkeiten möchte ich diese Krise verlassen?


Es liegt in deiner Hand und dazu lade ich dich ganz herzlich ein.


Ich möchte dich mit diesem Text inspirieren, deinen eigenen Weg ernst zu nehmen und dich trotz chaotischer äußerer Umstände nicht verunsichern zu lassen.

Deine wahre Stärke findest du nur in dir und du bist viel stärker, als du selbst vermutest.


Öffne in jeder Krise einen neuen Raum der Möglichkeiten, lass dich nicht von äußeren Antworten und Umständen begrenzen, sondern sei offen für das Leben und seine Lebendigkeit.

Das Leben ist keine gerade Linie und eine Krise ist nicht automatisch eine Katastrophe. Wir können lernen, auf den Wellen des Lebens zu reiten und die neue Aussicht zu genießen.

Eine Krise lädt dich dazu ein, dein Leben zu hinterfragen und dich wieder neu auszurichten auf das, was dir am meisten entspricht. Von dem höchsten Punkt der Wellen aus kannst du den Leuchtturm sehen und da wollen wir doch alle hin, oder?

Sei mutig auf deinem persönlichen Weg zum Licht, dass du selbst in dir trägst und lerne, mit jeder Krise deinen Kurs zu korrigieren. Dann wirst du immer seltener untergehen und irgendwann auch selbst zum Leuchtturm für andere Krisenreiter.


In Verbundenheit

Deine Frederike

Kategorien: Persönlichkeitsentwicklung

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